Unser pädagogischer Ansatz

Kinder gestalten ihre Bildung und Entwicklung aktiv mit. Sie sind aktive Mitgestalter, wollen von sich aus lernen, sind neugierig und haben einen Erkundungs- und Forschungsdrang. Sie lernen mit Begeisterung und großer Geschwindigkeit. Sie stellen Fragen, haben Ideen und entwickeln sich zu kleinen ‚Experten‘. Sie sind kreative Erfinder, Physiker, Mathematiker, Philosophen…

Dabei unterscheiden sich die Kinder in ihrer Einzigartigkeit und entwickeln sich zu einer individuellen Persönlichkeit.

All das haben wir im Blick – eine große Herausforderung. Wir möchten jedes Kind so annehmen wie es ist und ihm seine Umgebung so gestalten, dass es selbst aktiv werden und Ideen entwickeln kann. Kinder lernen von sich aus, brauchen Vorbilder, ahmen Verhalten nach und probieren aus. Sie sind gespannt wie ihr soziales Umfeld auf ihre Ideen / ihr Verhalten reagieren und reagieren wiederum auf diese Reaktionen. Das können freudige und auch traurige Reaktionen sein.

In dieser ‚Experimentierphase‘ versuchen wir die Kinder positiv zu unterstützen. Das kann bedeuten, dass wir auf die Ideen der Kinder eingehen, benötigtes Material besorgen, Räume mit den Kindern umgestalten… Anderseits brauchen Kinder Grenzen. Sie ‚experimentieren‘ auch mit uns um herauszubekommen, wie weit kann ich gehen… All diese Lernerfahrungen verarbeitet das Kind – ein anstrengender Prozess, der spielerisch ‚erarbeitet‘ wird.

Das Erzieherinnenteam besucht zu allen Bildungsbereichen Fort- und Weiterbildungen und setzt die Inhalte im Tagesablauf um:

- Bewegung
- Körper, Gesundheit und Ernährung
- Sprache und Kommunikation
- Soziale- und (inter)-kulturelle Bildung
- Musisch-ästhetische Bildung
- Religion und Ethik
- Mathematische Bildung
- Naturwissenschaftliche-technische Bildung
- Ökologische Bildung
- Medien

Für unsere Arbeit ist es wichtig, dass die Kinder nicht nur mit den Augen sondern auch mit dem Herzen sehen, denn ‚das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar‘ (Antoine de Saint-Exupéry).

Unsere Schwerpunkte: Sprache, Ernährung und Religionspädagogik

Alltagsintegrierte Sprachbildung

Die ‚alltagsintegrierte Sprachbildung‘ bedeutet, dass Kinder ihre sprachliche Kompetenz nicht isoliert erwerben, sondern stets im Kontext von Kommunikation. Wir berücksichtigen die individuellen Ausdrucksmöglichkeiten und die unterschiedlichen Lebenslagen der Kinder. Dabei ist drauf zu achten, dass die ‚Themen‘ die Kinder interessieren (beim Basteln, Spielen, im Turnraum, draußen…), neugierig machen und Spaß wecken. Da ‚Bewegung‘ und ‚Sprache‘ eng miteinander verknüpft sind, achten wir auf viele Bewegungsmöglichkeiten im Gruppenalltag.

Um dies zu gewährleisten reflektieren die Erzieherinnen folgende Fragestellungen:

-    Wird unser Tagesablauf so organisiert, dass die Erzieherinnen Zeit für Einzelgespräche und Gespräche in Kleingruppen mit den Kindern haben?
-    Was tun wir, um Gespräche und Spiele mit den Kindern vor dauernden Unterbrechungen zu schützen? Gibt es Regeln für diesen ‚Schutz‘?
-    Regen wir Gespräche zwischen Kindern an?
-    Ist der Geräuschpegel zu hoch?
-    Regen wir sprachintensive Rollenspiele an? In der Gruppe, bei Festen…?
-    Gibt es regelmäßige Gesprächs- und Diskussionsrunden?
-    Begleite ich (die Erzieherinnen) meine Handlungen mit Sprache?
-    Bieten wir jedem Kind genügend ‚Bewegung‘ an?

Angebote

-    Wöchentlicher Besuch der Pfarrbücherei in Kleingruppen. Alle Kinder dürfen sich ein Buch auswählen, eine Woche mit nach Hause nehmen und wieder zurück bringen.
-    Jeden Tag wird in allen Gruppen gesungen, oftmals auch mit Rhythmusinstrumenten begleitet.
-    Freitags kommt unsere Organistin zu uns. Wir singen mit allen Kindern der Einrichtung zusammen.
-    Täglich werden Bilderbücher vorgelesen.
-    Einmal in der Woche kommt unsere ‚Leseoma‘ in die Einrichtung und liest in Kleingruppen interessierten Kindern Bilderbücher vor.
-    Wir lernen Fingerspiele, Gedichte und Reime
-    In jeder Gruppe findet ein Morgenkreis mit vielfältigen Angeboten statt.
-    Jedes Kind nimmt an Bewegungsangeboten teil, die durch Sprache begleitet werden

Ernährung

Die Kinder bekommen bei uns ein Frühstück. Früher brachten die Kinder ihre Brotdosen mit. Das sah dann so aus: viele brachten kein Frühstück mit, andere eine ‚Süßigkeitendose‘ oder ein ganz ungesundes und wenige ein ‚gutes‘ Frühstück mit. Jetzt bereiten die Erzieherinnen ein ‚buntes‘ Frühstück vor: verschiedene Brotsorten, Wurst und Käse, Marmelade, Honig, Naturjoghurt, Obst und Rohkost, manchmal auch ein Frühstücksei, Milch, Wasser und ungesüßter Früchtetee. Es gibt auch regelmäßig einen Müslitag.

Durch dieses Angebot wissen wir, dass jedes Kind ein (gutes) Frühstück bekommt!
Wir bitten die Eltern jedoch, dass die Kinder zu Hause eine Kleinigkeit frühstücken. Das hat zwei Gründe: zum Einen brauchen kleine Kinder öfter eine kleine Mahlzeit und zum Andern haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir den Eltern zu viel abgenommen haben, die Kinder ohne Frühstück das Haus verlassen und später als Schulkinder nicht gewohnt sind, zu Hause vor der Schule zu frühstücken.

Die meisten Kinder bekommen bei uns ein Mittagessen. Dieses wird von zwei Köchinnen frisch zubereitet. Es werden die Richtlinien für einen Ernährungsplan befolgt. So haben wir zwei ‚Fleischtage‘ (natürlich mit Beilagen), einen ‚Fischtag‘, einen ‚Eintopftag‘ und einen ‚Vegetarischen Tag‘.

Die Kinder essen in Tischgruppen mit jeweils einer Erzieherin.
Wir legen Wert darauf:

-    Vor dem Essen: Hände waschen und bei Bedarf Toilettengang
-    Wir beten vor dem Essen.
-    Die Kinder nehmen sich ihr Essen selbst aus den Schüsseln und lernen sich so viel zu nehmen, wie sie essen können.
-    Die Kinder gießen sich zum Essen selbst Tee oder Wasser in ihr Glas.
-    Mit dem Essen wird begonnen, wenn alle Kinder am Tisch ihren Teller gefüllt haben.
-    Wir stehen nicht auf, um an eine Schüssel zu kommen, sondern reichen sie uns an. Wir bitten ein Kind, die Schüssel weiterzureichen.
-    Wir achten darauf, nicht mit vollem Mund zu sprechen.
-    Wir versuchen, ‚ordentlich‘ zu essen. (Ellenbogen vom Tisch, Hand neben den Teller und nicht den Arm vor den Teller, Besteck ‚richtig‘ festzuhalten…)
-    Wir räumen erst ab, wenn die Tischgruppe ihre Teller leer gegessen haben oder satt sind.
-    Erst wenn der Tisch abgeräumt worden ist, gibt es den Nachtisch.

Diese Regeln sind uns wichtig, weil nicht alle Kinder zu Hause in einer Tischgemeinschaft essen.

Ernährung wird auch in verschiedenen Angeboten im Gruppenalltag berücksichtigt. Manchmal wird zusammen Essen zubereitet, ein Kuchen mit ‚Kindergartenäpfeln‘ gebacken… Regelmäßig finden Ernährungsangebote mit einer Referentin vom Bildungswerk bei uns statt. Die Ernährungspyramide wird den Kindern erklärt, sie dürfen verschiedene Obst- und Gemüsesorten, Säfte probieren und erfahren wie viel Zucker z.B. im ‚Fruchtzwerg‘, in ‚Kinderschokolade‘ versteckt sind. Zu diesem Kurs gehört auch ein Infonachmittag für die Eltern. Die Inhalte werden natürlich in den Gruppen vertieft. Eine lehrreiche Aktion ist unser Besuch in der Backakademie von ‚backbord‘ in Essen: ‚Vom Korn zum Brot‘, theoretisch und praktisch. REWE unterstützt bei uns einen Tag im Jahr ‚neue Medien in Verbindung mit Ernährung‘. Dazu gehört, dass wir einige Kisten frisches Obst und Gemüse erhalten. Mit einem Computerprogramm erhalten die Kinder Informationen z.B. können die Kinder einen Salat zusammenstellen. Es wird getanzt… Zum Abschluss bekommt jedes Kind fünf selbst ausgewählte Obst und Gemüsestücke mit nach Hause – 5x am Tag sollten gesunde ‚Sachen‘ gegessen werden.

Religionspädagogik

Wir sind eine katholische Einrichtung. Deswegen ist unser christlicher Glaube ein fester Bestandteil unseres Kindergartenalltags. Wir legen Wert auf die Vermittlung der Botschaft Gottes. Wir möchten religiöse Grundhaltungen, Kenntnisse und Traditionen erhalten und vermitteln.

‚Das‘ fließt in unseren Alltag:

-    Wir erzählen Geschichten von Gott.
-    Wir erarbeiten Geschichten mit der ‚Legekatechese‘.
-    Wir singen religiöse Lieder.
-    Wir integrieren Gott in unseren Alltag.
-    Wir beten vor dem Essen, manchmal auch im Morgenkreis.
-    Wir besuchen unsere Kirche und lernen sie kennen.
-    Wir besuchen die Kirche spontan nach einem Spaziergang.
-    Wir feiern Wortgottesdienste in der Kirche und Krypta.
-    Montags im Advent beginnen wir die Woche mit Liedern und Geschichten oder Gedichten in der Krypta.
-    Unsere Gemeindereferentin erklärt regelmäßig den Vorschulkindern in der Kirche die Kreuze…  (Wasserkreuz: Wir segnen uns, wenn wir in die Kirche gehen. Wir wurden getauft. Das Aschekreuz am Aschermittwoch, das Holzkreuz in der Fastenwoche…)
-    Wir feiern religiöse Feste im Jahreskreis.
-    Wir besuchen als Sternsinger einige Familien und bringen ihnen den Segen.

Die Weitergabe religiöser Werte und Lebenseinstellungen

Dabei ist uns wichtig, dass die Kinder lernen zu geben und zu empfangen, zu teilen, sich zu streiten und sich zu vertragen, sowie auf das Leben der Pflanzen, Tiere und Menschen zu achten, wertzuschätzen und sorgsam und liebevoll damit umzugehen. Die Erzieherinnen besuchen Fort- und Weiterbildungen und nehmen an religionspädagogischen Arbeitskreisen teil. Ein Teil der Erzieherinnen trifft sich regelmäßig mit der Leiterin und / oder der Gemeindereferentin, um die religiöse Arbeit zu planen und Fragen zu klären.