FaireKITA

1.FaireKITA in Ratingen, Auszeichnung im Gottesdienst am 26.05.2019

Ansprache im Gottesdienst von Ulrike Lenninghausen, Leitung des MAXI Familienzentrums Heilig Geist, Ratingen am 26.05.2019

Vor einem Jahr besuchte ich deutschen Kita Leitungskongress in Düsseldorf. Dort wurde ich an einem Stand auf die Möglichkeit zur fairen Kita aufmerksam. Diese Idee nahm ich mit in die Teamsitzung und zu Gesprächen mit dem Elternrat. Schritt für Schritt sind wir den Weg bis zum heutigen Tag gegangen. Wir haben uns entschieden im Rahmen der Elternarbeit fair gehandelten Kaffee anzubieten, das Müslifrühstück der Kinder mit fair gehandelten Trockenfrüchten zu bereichern, den Kindern ‚fair‘ zu erklären und mit fair produzierten Lederbällen zu spielen. Alles haben wir eingereicht und heute ist der große Tag, dass wir ausgezeichnet werden.

Damit ist der erste, große Schritt getan. Doch so richtig geht es jetzt los. Wenn wir fair gehandelte und produzierte Produkte nutzen möchten, müssen wir uns bei jedem Kauf mit der Frage auseinandersetzen: ‚Nehme ich dieses Teil, wäre ein anderes besser oder ist es vielleicht sogar überflüssig?‘

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Taten müssen folgen. So wie in dem Lied: Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.‘

Wir sind hier: viele kleine Leute

Wir wohnen an vielen kleinen Orten und wenn sich jeder von uns hier etwas vornimmt, einen kleinen Schritt geht, sich vielleicht für ein Produkt entscheidet das gekauft oder gemieden werden soll, dann sind wir auf dem richtigen Weg und können das Gesicht der Welt verändern. Dann können wir Gottes Schöpfung noch viele Jahre erhalten. Das geht nur gemeinsam.

Es wäre schön, wenn Sie sich jetzt etwas vornehmen und nachher in ihrer Familie darüber sprechen. Vielleicht lässt sich Ihre Idee umsetzen. Und schon sind wir wieder einen Schritt weiter.

Ich sehe die Auszeichnung zur FairenKITA als einen guten Startschuss und vor allem als einen Auftrag für mehr Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Naturschutz und Nachhaltigkeit.

So richtig geht es heute für uns los.

Fürbitten:

Guter Gott, es gibt so viele wunderschöne Blumen und Pflanzen. Hilf uns, dass wir uns daran erfreuen, ihnen genug Wasser geben und alles dafür tun, damit die Pflanzen gut wachsen können.

In einigen Ländern müssen viele Kinder hart arbeiten. Sie haben wenig Zeit zum Spielen. Lass uns beim Kauf von Essen, Kleidung, Dekogegenständen darüber nachdenken, wer das alles hergestellt hat, unter welchen Bedingungen und wo es hergestellt worden ist.

Viele Spielsachen, die wir in unseren Kinderzimmern haben, brauchen wir nicht. Andere Kinder hätten vielleicht noch Freude daran. Lass mich darüber nachdenken, ob ich einiges verschenken kann.

Oft fahren wir aus Bequemlichkeit mit dem Auto. Viele Wege können wir auch mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurücklegen. Schenke uns die Einsicht, dass wir das Auto öfter mal stehen lassen.

Manchmal hätte ich gerne ein neues Kleidungsstück, obwohl der Schrank voll ist. Lass mich beim Kauf darüber nachdenken, ob es wirklich nötig ist.

Viele Lebensmittel legen große Entfernungen mit Flugzeugen, Schiffen und LKW zurück bis sie bei uns in Ratingen sind. Hilf uns beim Kauf darauf zu achten, ob wir etwas kaufen können, was in unserer Nähe wachsen konnte oder hier produziert worden ist.

Guter Gott, unser Familienzentrum darf sich jetzt auch FaireKITA nennen. Hilf uns Kindern, Eltern und Erzieherinnen, dass wir Materialien sparsam verwenden, darauf achten woher sie kommen und mit der Natur sorgsam umgehen.

 

Bericht in der Kirchenzeitung (PDF)